Craft and combat martial arts craftsmanship shokunin kishitsu budō continuous improvement philosophy

Craft and Combat

In Teil I haben wir uns mit einem klassischen Muster aus der Edo-Zeit, dem Kōji-tsunagi, beschäftigt. Sein Ursprung reicht zurück in die Zeit des Shogunats. wobei es nicht der Klasse der Samurai entstammte, sondern der Gilde der Handwerker.

Ihren offensichtlichen Unterschieden zum Trotz, verbinden Workshop und Dojo aber eine gemeinsame Philosophie: Dort entsteht Können durch ständige Wiederholung, Präzision und Geduld. In diesem Teil der Serie schauen wir uns an, wo Handwerk und Martial Arts aufeinander treffen und wie das Kōji-tsunagi in diese Gleichung passt. Denn diese Gemeinsamkeit war der Ausgangspunkt hinter dem Konzept zur Kō Kollektion.

 

 

Das Paradox von Klasse und Symbol

Im feudalen Japan war das Kōji-tsunagi Symbol für Kraft und Stabilität und das Erkennungsmerkmal der Arbeiterklasse. Seine schlichte Ästhetik steht in starkem Kontrast zu den Mustern von Adel und Samurai, welche auf ihren Rüstungen und Familienwappen Symbole mit einem eindeutigen Bezug zu Militär und Status benutzten wie z.B. das Schildkrötenpanzer-Muster Kikkō, das schuppenartige Uroko oder die Pfeilfeder Yabane. Durch die strikte gesellschafliche Etikette jener Zeit war es vor allem in der Oberschicht verpönt, sich mit Zeichen und Mustern niedriggestellter Klassen zu schmücken, auch wenn die Bedeutung dem Einzelnen zugesagt hat.

Die Welten von Handwerkern und Samurai überschnitten sich selten, ihre Einstellung gegenüber ihrem "Handwerk" vereinte sie aber im Geiste. Denn seine Techniken zu meistern verlangt Wiederholung und Präzision. Das gilt für das Schwert genauso wie für Hammer oder Pinsel.

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Shokunin Kishitsu trifft Budō

Dieses gemeinsame Mindset verbindet Handwerk und Kampfkunst und ist Teil der japanischen Prinzipien Shokunin Kishitsu und Budō. Bei Handwerks-Kunst und Kampfkunst geht es um mehr als das Ausüben einer Tätigkeit oder Profession. Geistige Haltung und Hingabe spielen dabei eine ebenso essentielle Rolle. Für uns hatte diese Verbidung einfach viel Power, so dass wir uns für das Kōji-tsunagi als zentrales Design-Element in unserer Kō Kollektion entschieden haben.

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Negativraum und Ichi-Go Ichi-E

Der Begriff Negativraum wird als ma bezeichnet und ist einer der Kern-Prinzipien in der japanischen Design Tradition. Er spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung des Rythmus in diesem Muster. Die kleinen Leerräume im Kōji-tsunagi geben seiner Wiederholung eine Struktur und werden vom Betrachter selbst mit Leben gefüllt.

Jedes 工 ist identisch, doch ist jede Beziehung zwischen den Linien einzigartig. Das erinnert an ein weiteres japanisches Konzept: Ichi-go Ichi-e (一期一会) – „eine Begegnung, eine Gelegenheit". Übertragen auf den Kampfsport bedeutet es, dass jede Trainings-Session und jede Wiederholung einer Technik für sich genommen einzigartig ist.

Das Kōji-tsunagi steht für den täglichen iterativen Prozess, der aus vielen kleinen Schritten besteht und sich im Design-Studio, der Werkstatt oder dem Dojo zu gleichen Teilen wiederfindet.

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Die Brücke zwischen den Welten

Das Kōji-tsunagi ist nicht einfach nur ein dekoratives Muster aus der Kulturgeschichte, es ist ein lebendiges Symbol welches traditionelle Werte aus dem japanischen Handwerk mit einem modernen Mindset verbindet.

Ob du eine Technik im Dojo immer weiter verbesserst oder fokusiert in Werkstatt oder Studio bei der Arbeit bist. Deine Erkenntnissen von gestern und dein Handeln von morgen verbinden sich zu einem unendlichen Raster von Erkentnissen.


Die Evolution des Machens

Martial Arts hat für uns neben dem rein sportlichen Teil viele andere Facetten. Es ist ein Weg sich mit der Welt in Verbindung zu setzen, Kulturen und deren Geschichte zu begreifen und ist spiritueller Wegbegleiter in vielen Lebenssituationen. Attribute, die über Selbstverteidigungstechniken oder Kampfsport-Praxis hinausgehen. Martial Arts ist ein großartiges Instrument sich physisch und mental zu erden. One step at a time.

Das Kōji-tsunagi in seiner schlichten und doch komplexen Form drückt all das ohne Worte aus. Ein Muster, aus vielen kleinen Elementen, was sich über die Zeit miteinander zu einem großen Ganzen vereinigt.


 

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